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Mann mit Gehirn

David Eagleman mit Hirn

Eine Einführung

Aufbruch zu neuen Horizonten

Unsere Gehirne sind meisterhafte Erzähler.
Sie verstehen es ausgezeichnet, sogar aus eklatanten Widersprüchen eine stimmige Geschichte zu spinnen.

Das Ich ist so ein Märchen, eine vom Gehirn aus Zweckpragmatismus erfundene Fiktion.

Carl Gustav Jung schrieb:
„In jedem von uns ist auch ein anderer, den wir nicht kennen.“

David Eagleman, Neurowissenschafter

In einem Universum von Ursache und Wirkung kann es keine Person mit einem souveränen Willen geben. Das Ich, so wie wir es verstehen, ist ein Märchen. Das Hirn macht uns etwas vor.

Peter Pfrommer, der Autor des Buches "Die Entdeckung der Ichlosigkeit", schreibt im Vorwort: "Hier geht es letztlich um die Entdeckung, dass es niemanden gibt, der eine Entdeckung machen könnte. Die Entdeckung findet statt. Und sie ist nun wirklich nichts Neues. Die indische Mythologie verkündete die Ichlosigkeit vor Tausenden von Jahren ebenso wie letztlich jede Weltreligion."

Tatsächlich finden sich in jeder der Weltreligionen jene, die Mystiker genannt werden. Mystik ist die Religion von Gott, der innen ist. Gott ist nicht mehr ein Gegenüber. Er kommt nicht von aussen auf mich zu, sondern erobert mich von innen. Wenn ich mich vollständig diesem Gott ergebe, dann ist nichts mehr von mir übrig, dann ist da nur noch Er. Mein Ich ist jetzt sein Ich. Mit anderen Worten: Ich bin er.

Kein Ich - keine Moral

Peter Pfrommer warnt: "Aber Vorsicht, unter Ichlosigkeit ist nicht etwa so etwas Ähnliches wie Selbstlosigkeit gemeint, also jenes moralisch untadelige Verhalten, das sein Ich gegenüber dem Ich der anderen zurückstellt. Selbstlosigkeit setzt das Vorhandensein eines Ichs voraus, sonst könnte ja nichts zurückgestellt werden. Nein, der Begriff der Ichlosigkeit soll genau das ausdrücken, was er besagt, nämlich dass ein Ich überhaupt nicht existiert."

Aus der Sicht der Mystik möchte ich anfügen: Dort, wo das Ich von Gott gekapert wird und zu seinen Gunsten verschwindet, ergibt sich die gleiche Situation. Moral, also die Vorstellung, dass ein bestimmtes Verhalten in allen Situationen richtig ist, unabhängig vom konkreten Kontext, ist eine zutiefst menschliche Vorstellung. Moral ist gewissermassen das Alleinstellungsmerkmal des Ich als Ego. Es sind die Egoisten, welche, gerne lauthals, auf Moral pochen und dadurch deren Beschädigung nie bei sich selber sehen können, sondern immer bei den anderen sehen müssen.

Nichts ist tatsächlich weniger menschlich, als menschliche Beziehungen, die auf Moral gegründet sind.

Allan Watts

Gott ist jenseits von Moralität, jenseits der Dualität von Moral und Unmoral. Er ist amoralisch. Amoral ist die Voraussetzung für jene nicht-menschliche Liebe, die Jesus meint. Oder anders gesagt: Es ist die Moral, die den meisten Christen in den Weg kommt, wenn sie versuchen, Jesu Einladung zur universalen Liebe anzunehmen.

Der Apostel Paulus schreibt an die Galater: "Ich tue euch aber kund, liebe Brüder, dass das Evangelium, das von mir gepredigt ist, nicht menschlich ist."

Auf der Seite zum Thema Keuschheit sehen wir anhand eines Textes von Dostojewski, der Grossinquisitor, in welches Dilemma die Christen durch dieses Verständnis des Evangeliums gestürzt werden.

So wie Gott nicht unmoralisch sondern amoralisch (also nicht-moralisch) ist, so ist das Evangelium nicht unmenschlich sondern nicht-menschlich. Der deutsche Lyriker, Theologe und Arzt Angelus Silesius bringt es im 17. Jahrhundert auf den Punkt: "Mensch, solange du noch jemand bist, der weiss, der liebt und hasst, so bist du, glaube mir, nicht ledig deiner Last."

Die Entdeckung der Ichlosigkeit ist also Tausende von Jahren alt. Auf dieser Website widmen wir uns seit fünf Jahren diesem Thema. In unserer Zitate-Datenbank finden sich über 1300 Beispiele aus der Literatur, welche sich direkt oder indirekt mit der Ichlosigkeit befassen. Zum Beispiel dieses Zitat. Ein aktuelles Beispiel ist auch Paolo Sorrentinos "atemberaubende Fernsehserie" ( NZZ) "The Young Pope".

Im Sandwich der Quantenphysik

Noch nicht ganz so alt wie die Entdeckung der Ichlosigkeit ist die Quantenphysik. Vor rund hundert Jahren beschrieben erstmals Physiker Phänomene, welche mit der klassischen, mechanistischen Physik nicht zu erklären waren. Später stellte sich heraus, dass die neue Physik der klassischen Physik in wesentlichen Punkten widerspricht. Nein, das Universum ist kein Uhrwerk, das einmal von einem Schöpfergott aufgezogen und dann von ihm im Stich gelassen wurde - und jetzt gottlos vor sich herschnurrt, wie Newton meinte.

Wissenschaft und Religion ergänzen und bedingen einander.

Gott steht für den Gläubigen am Anfang, für den Physiker am Ende des Denkens.

Max Planck, Begründer der Quantenmechanik

Mit der Quantenphysik eröffnet sich eine völlig neue Sicht auf die Wirklichkeit. Und diese neue Sicht tangiert auch unser Selbstverständnis als scheinbar autarke, souveräne Personen, die ihren Lebensraum als Um-Welt bezeichnen und mit diesem Lebensraum umgehen, als wäre er eine Ware. Für das ganz Kleine und das ganz Grosse gelten jedoch andere Regeln als für die Welt, wie sie sich uns Menschen dem blossen und ignoranten Auge präsentiert. Und wenn Sie meinen, das ganz Kleine, der Mikrokosmos der Quantenphysik und das ganz Grosse, das Universum der Astronomen, hätten nichts mit Ihrem irdischen Leben zu tun, dann fragen Sie einfach einmal ein Sandwich, ob es ohne das Brot existieren kann. Oder fragen Sie Mani Matter.

Beispiele, Pointers

Mit Nisargadatta Maharaj, Jesus, Rupert Spira, Hanspeter Pfrommer und Douglas Harding möchten wir Ihnen fünf Nicht-Persönlichkeiten (oder no-bodys) vorstellen, welche über die hier erörterten Themen gesprochen oder Bücher geschrieben haben.

Wir stellen fest, dass unsere tatsächliche Erfahrung des Körpers und der Welt ganz anders ist, als wir denken. Und dass das Denken bestimmt, was wir zu erfahren meinen. Wir glauben das, was andere gesagt haben, wer wir sind. Wir ignorieren, wie wir uns tatsächlich und überprüfbar erfahren: Nicht als Objekt in dieser Welt, sondern als das Bewusstsein, als Gott, welcher die Welt in jedem Augenblick neu erschafft.

Wir sollten uns nicht wundern über eine verrückte Welt. Sie erscheint uns so, weil wir den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts mit einem Weltbild aus dem 19. Jahrhundert begegnen.

Die Menschen hätten also die Wahl. Entweder schwanken sie weiterhin zwischen Hysterie und Depression. Oder sie machen sich auf zu neuen Horizonten. Jede und jeder für sich ganz alleine. Es werden gewiss keine Heerscharen werden.

Felix Baumgartner

Es geht um das Ganze

Seit 100 Jahren gibt es eine neue Physik, deren philosophische Implikationen den meisten Menschen noch unbekannt sind.

Wenn vom digitalen Zeitalter oder von der digitalen Revolution die Rede ist, geht es um die Nutzung der Erkenntnisse dieser neuen Physik: Computer, Internet, Smartphone und so weiter.

Was der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit bisher entgangen ist: Diese neuen Technologien verlangten auch ein neues Denken, wäre zum Beispiel gewünscht, die Maschine zu benutzen anstatt von ihr beherrscht zu werden. Oder, als ein weiteres Beispiel, wir würden die Verwendung unserer intimsten Daten gegen uns als Herausforderung sehen wollen, nicht als Bedrohung sehen müssen. Ich könnte mich nach Studium meiner Daten ja auch fragen: Ist das Alles?

Ich beobachte: Das Internet hat die Welt zum 'Global Village' gemacht. Wie ich die aktuelle Weltlage interpretiere, tun sich viele Menschen schwer mit dieser Globalisierung. Sie möchten, so sehe ich es, die Zeit zurückdrehen, suchen erneut Zuflucht im Nationalismus, der doch gerade mit der Europäischen Union nach den verheerenden Kriegen des 20. Jahrhunderts überwunden zu sein schien.

Albert Einstein hat festgestellt, dass man die Schwierigkeiten, welche auf einer bestimmten Ebene entstehen, nur auf der jeweils nächsthöheren Ebene lösen könne. Wäre die Globalisierung das Problem, würde das bedeuten, dass wir universal denken lernen sollten. Statt dass wir uns als Angehörige einer Nation verstehen, sollten wir Kosmopoliten werden. Stöhn.

Felix Baumgartner

Ramesh Balsekar:

Trotz der Erklärungen der Quantenphysik, welche die Verbundenheit aller Dinge und Ereignisse und die grundlegende Einheit aller Phänomene (einschliesslich des menschlichen Individuums) bestätigt, wird dem totalen Einbezogensein des Menschen in die Natur immer noch mit beachtlichem Misstrauen begegnet.

Das ist darauf zurückzuführen, dass das menschliche Individuum einfach nicht akzeptieren kann, dass seine Individualität, und noch wichtiger, sein sogenannter individueller Wille, nichts als eine Illusion sind.

Noch schlimmer ist die beängstigende Erkenntnis, dass die Einheit des Menschen mit der Natur in nahtlosem Zusammenhang unausweichlich bedeutet, dass seine individuellen Impulse, seine Antriebe und Ideale, seine ganzen Motivationen, tatsächlich nichts als abstrakte, intellektuelle Gespenster sind. Und daher kann das Leben des Individuums als integraler Teil des universellen Lebens der Geschehnisse keinen individuellen Zweck oder eine besondere Bedeutung haben.

Dieser Gedanke erschreckt das Individuum, da es ohne seine Ideale und Motivationen ein ‚Nichts‘ in der Bedeutungslosigkeit einer sinnlosen Welt zu schein seint.

Nisargadatta Maharaj

war zu Lebzeiten ein indischer Mystiker, der praktisch ohne Schulbildung unter anderem auch über die philosophischen Implikationen der Quantenphysik gesprochen hat, ohne die Quantenphysik zu kennen. Er ist mein Lehrer.

Jesus

ist der Nazarener. Alles, was er gesagt hat, ist heiß. Oder kalt. Seine Worte sind Grund zum Freuen. Oder zum Frösteln. Auf jeden Fall ist diese Stimme die eine unter den vielen: Er ist Friedensstifter unter Aufwieglern, Ermahner der Hochmütigen, Tröster der Verfolgten, Liebhaber der Kleingläubigen und Kleinmütigen. Eines auf jeden Fall ist sicher: Jesus war kein Christ.

Rupert Spira

leitet an zu einer unvoreingenommenen Untersuchung über die Natur unserer Erfahrung.

Peter Pfrommer

argumentiert logisch, ohne Räucherstäbchenaroma, mit wissenschaftlicher Klarheit, humorvoller Leichtigkeit und hintergründiger Tiefe.

Douglas Harding

Philosoph, Wissenschaftler, Künstler und Mystiker. Er hat eine ganz besondere Methode entwickelt für die Untersuchung der Natur unserer Erfahrung:

Quantenphysik

Quantenphysik ist die Physik hinter Smartphone & Co. Und eine total andere Weltsicht. Nur weiss das noch niemand.